Wie lerne ich am besten eine neue Sprache mit anderem Alphabet oder Schriftzeichen?

Es gibt zahlreiche beliebte Sprachen, die nicht auf das lateinische Alphabet zurückgreifen, so wie es im Deutschen ist. Egal ob Russisch, Hebräisch, Koreanisch oder Hindi. All diese Sprachen scheinen anfangs sehr schwer, nahezu unmöglich zu erlernen, da sie eine andere Schrift haben. Manche dieser Sprachen haben nur ein anderes Alphabet, andere eine ganz neue Art zu schreiben, wie zum Beispiel eine Silbenschrift oder logographische Schriften (Schriftzeichen) wie z.B. Japanisch oder Mandarin-Chinesisch. Je nach Sprache ist es also etwas schwieriger oder leichter. In diesem Blog finden Sie Tipps und hilfreiche Methoden, um das neue die neue Schreibweise der gewünschten Sprache schnell und sicherer zu erlernen.

Als erstes ist in die einzelnen Schriftarten zu unterteilen. Hierbei kann man nicht sagen welche Schreibweisen einfacher und welche schwerer sind. Das ist abhängig vom eigenen Lernverhalten. Je nachdem ob Sie besonders gut durch Hören, Sehen oder gewöhnliches Üben lernen fällt Ihnen die neue Art zu schreiben und lesen leichter oder schwerer.

Alphabetschrift – Griechisch, Russisch, Serbisch oder Bulgarisch

Alphabetschriften fallen häufig leichter, da Deutsch-Muttersprachler damit aufgewachsen sind und bereits die Alphabetschrift kennen. Im Deutschen schreiben und lesen wir mittels des lateinischen Alphabets. Es gibt aber noch viel mehr Alphabete, wie das griechische oder das kyrillische Alphabet. Das bedeutet, dass Sie bereits Teile dieser Alphabete kennen, ohne das zu wissen. Hiermit hat sich die Arbeit also schon verringert. Als erstes sollten Sie wie folgt vorgehen. Suchen Sie alle Buchstaben der gewünschten Schrift raus die gleich geschrieben und gesprochen werden wie im Deutschen. Diese kennen Sie also schon und müssen nicht gelernt werden. Machen wir das mal am Beispiel der kyrillischen Schrift, das „A“ (a) im russischen wird gleich ausgesprochen wie das „A“ (a) im deutschen. Sie sollten sich das am besten alles handschriftlich notieren. Im zweiten Schritt halten Sie Ausschau nach Buchstaben, die zwar anders geschrieben werden aber trotzdem gleich ausgesprochen werden. Ein Beispiel hier wäre das russische „R“ das aber wie ein deutsches „P“ aussieht. Wenn Sie diese alle rausgesucht haben, können Sie mit dem nächsten Schritt anfangen. Das russische „G“ beispielsweise sieht geschrieben so aus: „Г“

Griechisches Alphabet

Bauen Sie das „Г“ nun im Kopf so um, dass es wie ein „G“ aussieht. Damit ist es leichter zu merken. Eselsbrücken helfen besonders gut beim Lernen. Daher sollten Sie versuchen sich zu möglichst vielen neuen Buchstaben eine Denkhilfe einzuprägen. Der dritte Schritt fällt dann nun auch leichter, da von dem neuen Alphabet nicht mehr viel übrig ist. Zum Schluss suchen Sie sich also alle übrigen neuen Buchstaben raus, die nicht gleich zum Deutschen sind und auch nicht gleich ausgesprochen werden. Diese übrigen können Sie nun wieder handschriftlich aufschreiben und eventuell die Aussprache darunter notieren. Lesen Sie sich das Blatt regelmäßig laut vor, über den Tag verteilt, um die restlichen Buchstaben auch zu lernen. Ebenfalls hilfreich ist es in der neuen Sprache zu lesen. Auch wenn Sie noch keine Vokabeln können und vielleicht nicht mal alle Buchstaben, sollten Sie Texte der neuen Sprache möglichst laut lesen. Dabei wird Ihnen auffallen, dass Sie immer mehr Buchstaben wiedererkennen und teils schon ganze Wörter aussprechen können. Das ist wichtig, da gerade in einer neuen Sprache die Wörter teils ineinander verfließen und nicht als aneinander gereihte Buchstaben zu erkennen sind. Wenn Sie diese Methoden anwenden, wird es Ihnen leichter fallen ein neues Alphabet zu lernen und Sie können je nach eigener Lerngeschwindigkeit schon nach kurzer Zeit lesen. Natürlich gilt wie in jedem Fall „Übung macht den Meister“, daher werden Sie nicht um ausreichend Übung herumkommen.

Aber wie kommt es, dass unser Alphabet anderen so ähnlich ist? Das ist sogar leicht zu erklären, denn alle Alphabete stammen von einem gemeinsamen Alphabet ab, dem phönizischen Alphabet. Der Name Alphabet entstand später, anfangs hieß es noch Alephbet was für Aleph und Bet stand, die ersten beiden Buchstaben. Im griechischen beispielsweise sind die ersten Buchstaben Alpha und Beta, was sich vom phönizischen Alphabet ableitet. Bei uns in der deutschen Sprache ist das etwas verkürzt, aber man kann den Zusammenhang dennoch erkennen. A und B ähneln auch dem ehemaligen phönizischen Alphabet. Die Sprachen und dementsprechend auch Schriften haben sich weiterentwickelt aber durch den gleichen Ursprung ähneln sich diese sogar noch heute. Hier ist das Ganze auch nochmal erklärt und verbildlicht dargestellt.

Silbenschrift – Hebräisch, Arabisch, Hindi und Urdu

Das hebräisches Alphabet

Silbenschrift ist nicht gleich Silbenschrift. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Sprachen und den dazugehörigen Silbenschriften. Um das ganze übersichtlicher zu machen fangen wir mit der Konsonantenschrift an. Die Konsonantenschrift betrifft Sprachen wie Hebräisch oder Arabisch. Bei dieser Art der Schrift werden nur die Konsonanten des Wortes geschrieben, aber keine Vokale. Daher ist sie eine Art Mischung aus Alphabet- und Silbenschrift. Die beste Methode, um diese neue Schriftart zu lernen, ist dass Sie sich Grundschulbücher der jeweiligen Sprache besorgen. So wie den Kindern die Schrift beigebracht wird, können Sie diese auch lernen. Am Beispiel von Hebräisch funktioniert das ungefähr wie folgt. Die Schulkinder schreiben zuerst eine „punktierte Version“ der Schrift. Die Vokale die in einem Wort vorkommen werden also durch einen Punkt oberhalb oder unterhalb des Konsonanten dargestellt. Das ist gerade für Anfänger einfach, da Sie so die Vokale anfangs mitlernen und dann die Wörter schon kennen. Nach etwas Übung können Sie auch die Punkte weglassen und die Wörter weiterhin verstehen und lesen. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich die Aussprache der Wörter gut einprägen, dafür brauchen Sie aber Lernmaterial, in dem die korrekte Aussprache enthalten ist.

Eine andere Art der Silbenschrift ist die Abudiha-Schrift. Ähnlich wie bei der Konsonantenschrift werden hier die Vokale eines Wortes weggelassen. Hierbei trägt aber jeder Konsonant automatisch einen Vokal in sich. Dieser Vokal wird durch den Konsonanten mitgeliefert und auch ausgesprochen. In den meisten Fällen ist der Vokal ein „A“, jedoch nicht immer. Es gibt zudem auch Zeichen die bedeuten, dass der Vokal wegfällt und nicht mit ausgesprochen werden darf. Außerdem gibt es Zeichen die den mitgelieferten Vokal ändern, also statt „A“ dann „E“ „I“ „O“ oder „U“. Diese Schreibweise kommt aber hauptsächlich in indischen Schriften vor, teils auch in äthiopischen Schriften. Zum Üben sollten Sie sich die Lautreihen abschreiben und immer wieder neu sprechen. Beispiel folgt.

ਭਾ ਭਿ ਭੀ ਭੁ ਭੂ ਭੇ ਭੈ ਭੋ ਭੌ
ka ki ku ke kai ko kau

Logographische Schriften – Chinesisch, Japanisch und Koreanisch

Heutzutage gibt es keine Schrift mehr die nur aus Logographen (Bildzeichen) besteht. Trotzdem kommen diese Bildzeichen in manchen Sprachen und Schriften vor. Hierbei werden einzelne, sprachliche Ausdrücke durch grafische Zeichen wiedergegeben. Gerade wenn man eine alphabetische Schrift gewohnt ist, fällt es häufig schwer eine logographische Schrift zu lernen. Am besten sucht man sich dafür einen Muttersprachler der gewünschten Sprache, welcher auch Deutsch kann. Es ist einfacher, das auf diese Weise zu lernen.

Um beispielsweise chinesische Schriftzeichen zu lernen gibt es ein paar Methoden die helfen. Es kann helfen die Schriftzeichen in einzelne Bestandteile zu zerlegen. Aber Vorsicht! Die Zeichen sollten dennoch im Ganzen gelernt werden, damit diese nicht erst zusammengebaut werden müssen wenn man sie braucht. So ungefähr können Sie es machen

飯 (fàn) Essen

Dieses Schriftzeichen besteht aus zwei anderen Zeichen:

食 (shí) essen

反 (fǎn) Gegenteil

Wenn man diese Schriftzeichen zerlegt, hat man einerseits einen Hinweis auf die Aussprache (fǎn) und die Bedeutung (shí). Damit ist das Schriftzeichen möglicherweise leichter zu lernen. So können Sie es dann mit allen machen. Das macht leider nicht in jedem Fall Sinn, es ist eben trotz allem schwierig Schriftzeichen zu lernen.        Zerlegt man nämlich食 (shí) bekommt man folgendes:

人 (rén) Person

良 (liáng) gut

Piktogramm und Logographie im Chinesischen

Wichtig ist einfach am Ball zu bleiben und kontinuierlich weiter zu lernen und das gelernte zu wiederholen. Es ist besonders beim Chinesischen hilfreich, die 216 Grundzeichen, die sog. Radikale zu kennen, denn aus diesen setzen sich viele weitere Zeichen meist immer zusammen.

Eine der wichtigsten Dinge ist aber das Einprägen von Denkstützen. Ohne Eselsbrücken oder andere Merkhilfen kann man hierbei schnell verzweifeln. Dafür gibt es viele Tipps, hier finden Sie ein paar. Hier gibt es noch eine weiter Erklärung in Englisch.

Die Entwicklung von logographischen Schriften ist recht einfach zu erklären. Irgendwann kamen Völker an den Punkt, wo sie ihre Sprache aufzeichnen wollten, ihr Wissen festhalten wollten. Wenn diese also eine Art zu schreiben entwickelten lief es fast immer in den gleichen Schritten ab. Als erste wurde mittels Piktogramme geschrieben. Die ersten Gedanken wurden in Form von Bildern festgehalten. Dies entwickelte sich weiter zu Logographie. Hierbei entspricht ein Schriftzeichen einem Begriff. Die Reihenfolge dieser ergab dann die Syntax, also einen Satz, der etwas Komplexes ausdrückt. Werden die Gedanken, die zu Papier gebracht werden sollen, komplexer, entwickelt sich mit der Zeit eine logographische Schrift. Diese ist zudem nicht sonderlich sprachspezifisch, daher dient sie beispielweise heute noch in China, um die Verständigung zwischen verschiedenen Sprachen zu erleichtern. Wer sich weiter über die Entwicklung informieren möchte, kann das hier.

Allgemeines Lernen einer Fremdsprache

Es gibt zahllose Tipps, um eine neue Sprache zu lernen. Je nach eigenem Lerntyp helfen unterschiedliche Methoden unterschiedlich gut. Wir listen hier also zum Schluss nochmal einige allgemeine Methoden auf, die Ihnen helfen können, eine Fremdsprache leichter und mit Erfolg zu erlernen. Als Erstes ist aber noch anzumerken, dass es sehr wichtig ist nicht aufzugeben. Lernen ist ein kontinuierlicher Prozess, allerdings kann es sein das man schnell aufgibt, wenn keine Veränderung der Sprachkenntnisse in Sicht ist. Gerade am Anfang lernt man eine Sprache recht schnell. Damit kommen dann auch die ersten Erfolge. Irgendwann wird es aber eventuell schwerer, immer mehr Wörter kommen hinzu und sich alle zu merken kann teilweise unmöglich scheinen. Trotzdem versichern wir Ihnen, dass Sie genau wie am Anfang immer wieder Erfolge beim Lernen erzielen werden. Also nicht verzweifeln und lieber die folgenden Tipps ausprobieren.

Post-It Zettel sind ein sehr guter Weg um Vokabeln zu lernen. Sie können auf alltägliche Gebrauchsgegenstände geklebt werden und somit immer an Vokabeln erinnern. Auch an Türen oder Spiegeln sind sie nicht zu übersehen. Gerade wenn eine neue Schriftart hinzukommt, kann das helfen. Sie sollten nicht mehr als zehn Klebezettel gleichzeitig aufhängen, sonst wird es zu viel. Außerdem sollten die Zettel nicht zu lange hängen. Sie können aber beispielsweise einen Zettel für eine Woche kleben lassen, danach einen neuen Zettel an dieselbe Stelle hängen, allerdings nur mit dem Anfangsbuchstaben. Dadurch werden Sie an das Wort erinnert, aber es steht nicht gleich fertig da. Auch Farben können dabei helfen. Sie können verschiedenfarbige Zettel für unterschiedliche Wortarten nehmen. Dadurch wird das Gehirn extra angeregt und prägt sich das neu Erlernte besser ein.

Lernen muss nicht immer monoton vor Büchern stattfinden. Sie können auch gemütlich dabei einen Film schauen. Wie wäre es mit dem Lieblingsfilm, den Sie auf Deutsch schon auswendig können? Wenn wir eine Sprache hören, lernen wir dabei viel. Die Aussprache, auch Grammatik und teilweise neue Redensarten. Sie können dazu dann auch noch die Untertitel in die neue Fremdsprache einstellen, um sowohl durch Hören und Sehen zu lernen. Wörter prägen sich dadurch schnell und einfach ein. Wenn Sie den Film dabei nicht komplett verstehen ist das kein Problem, das erwartet keiner. Aber mit der Zeit werden Sie mehr und mehr verstehen und Sie werden sicherer in der Sprache.

Musik hilft ebenfalls. Gerade wenn man auf dem Weg zur Arbeit ist kann man nicht unbedingt einen Film schauen. Sie können aber Musik in der jeweiligen Sprache hören und so, wie beim Film, die Sprache lernen. Wenn Sie die Zeit haben können Sie online nach der Übersetzung suchen und schauen, ob Sie einzelne Wörter oder gar Sätze raushören können.

Tandempartner sind auch sehr hilfreich, wenn eine neue Sprach lernen wollen. Es handelt sich dabei um Muttersprachler der Sprache, die Sie lernen, welche Ihre Muttersprache erlernen wollen. Sie können miteinander chatten, telefonieren oder auch treffen, um sich gemeinsam die Sprache des jeweils anderen anzueignen. Dadurch lernen Sie Aussprache, Schreibweise und Grammatik der Fremdsprache. Sprachen lernt man hauptsächlich durch den tatsächlichen gebrauch. Ähnlich wie bei Mathematik reicht es nicht, wenn Sie wissen, wie etwas theoretisch geht, Sie werden nur durch Übung besser.

Wenn Sie genügen Wortschatz haben könne Sie auch anfangen in der neuen Sprache zu denken. Sie werden dadurch sicherer, gerade beim Reden stehen viele unter Druck und vergessen teils Wörter und grundlegende Regeln. Daher hilft es in der neuen Fremdsprache zu denken. Sie haben dabei mehr Zeit, können sich einfach verbessern und keiner wird Ihnen zuhören, falls Sie doch mal einen Fehler machen. Außerdem bauen Sie die Sprache dadurch in Ihren Alltag mit ein. Wenn Ihnen dann auffällt das Sie die Vokabel für etwas nicht kennen, können Sie diese nachschlagen und in Zukunft gebrauchen. Somit werden Sie mit der Zeit Ihre Sprachkenntnisse immer weiter ausbauen und Sicherheit gewinnen.

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