Die 10 wichtigsten norddeutschen Ausdrücke für Deutschlernende in Hamburg

In diesem Blogeintrag stellen wir euch einmal die wichtigsten 15 Begriffe vor, die so jeder Deutschlernende in unseren Deutschkursen in Hamburg kennen sollte bzw. auf die man vielleicht mal trifft.

Diese norddeutschen Worte oder Sätze braucht jeder Ausländer in Hamburg

Wer nach Hamburg zu unseren Deutschkursen kommt, dem muss eines klar sein: hier wird ein norddeutscher Akzent mit seinen Eigenheiten gesprochen, oftmals auf dem Land auch noch Plattdeutsch oder einfach nur „Platt“.

Moin, Moin – Geht in Hamburg immer und jederzeit, nicht nur „morgens“.

Es ist der Allzeitgruß in Hamburg und ganz Norddeutschland. Das Wort „Moin“, was nichts mit dem Morgen zu tun hat, wird abgeleitet von mooi = schön, gut. Es wird natürlich nicht nur in Hamburg benutzt, ist aber dort überall zu hören und zu sehen. Es ist kein rein deutsches Wort, sondern es wird auch in anderen Ländern verwendet z.B. in Luxemburg (Moien) oder im Süden Dänemarks (Mojn). Ursprünglich kommt das Wort Moin, Moin aus Ostfriesland. Es wird bei Tagesbeginn im Niederdeutschen “Morgen“, verkürzt moin verwendet. Man kann aber auch “Moin Moin“ den ganzen Tag oder die ganze Nacht über Grüßen.

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Schnacken – Nich‘ viel schnacken, Kopp in Nacken!

Schnacken ist ein Verb und bedeutet im Norddeutschen: schwatzen, plaudern oder sich unterhalten. Das Wort Schnacken geht auf das (mittel)niederdeutsche „snaken“ zurück. In Hamburg wird wirklich über alles und jeden „geschnackt“, es ersetzt in vielerlei Hinsicht auch einfach oft nur das Wort „reden“ wie z.B. in „darüber müssen wir nomaal schnacken mit ihm“ oder „lass ma‘ später nochmal drüber schnacken“.  Der Norddeutsche ist allerdings auch dafür bekannt, den Tag mit nicht allzuviel „schnacken“ zu verbringen und eher still auf das Meer zu blicken. Sabbeln (s.u.) ist eine weitere Variante für reden auf Norddeutsch. Aber in Hamburg wird nun mal „op Platt geschnackt!“.

Alsterwasser – unbedingt mal im Hamburger Restaurant bestellen!

Die 10 wichtigsten norddeutschen AusdrückeWer ein „Alsterwasser“ in Hamburg beim Kellner verlangt, sollte eigentlich keine braune Flussbrühe bekommen, sondern eigentlich nur ein kühles Bier mit Zitronenlimonade-Beimischung. Die Alster ist zwar einer der zwei großen Flüsse, die Hamburg in die Hafenstadt unterteilen, die sie auch ausmacht, aber das Wasser daraus, trinkt natürlich keiner. Es gibt die Bier-Zitonen-Limo Mischung natürlich in vielen Ländern, in denen Bier getrunken wird, in England nennt man sie Shandy in Teilen Süddeutschlands Radler. Sie ist in Hamburg allerdings praktisch so typisch wie in Berlin die Berliner Weiße mit Schuss. Na, denn mal Prost!

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Franzbrot – Bei der Backstube um die Ecke

FranzbrotDas Franzbrot ist eine Gebäckspezialität aus Hamburg, dass aus Plunderteig, Hefeteig und aus süßem Gebäck besteht. Das Franzbrot ähnelt dem Croissant, da es ebenfalls aus Plunderteig, Hefeteig und aus süßem Gebäck besteht. Die Gebäckspezialität aus Hamburg wird häufig mit Kaffee und Kuchen serviert und ist seit einigen Jahren im verschiedenen Varianten erhältlich wie zum Beispiel mit Schokostreuseln oder Rosinen. Das Franzbrot gehört einfach zu jeder Hamburger Bäckerei dazu.

 

 

Tüddelkram – Ne‘ Menge Tüddelkram inner‘ Wohnung!

Die Grundbedeutung von Tüddelkram laut Duden ist: Nebensächlichkeit, Unwichtiges, Unsinniges, eben einfach nur „irgendwelches unwichtiges Zeug“. Die Herkunft liegt wohl irgendwo in Norddeutschland, genau läßt sich das nicht mehr definieren. Eine genaue Etymologie ist schwierig, laut Duden wohl auf das Verb „tüdern“ zurückzuführen, in etwa wirr reden oder etwas in Unordnung bringen. Wer also viel „Tüdelkram“ zu Hause hat, hat wohl einfach etwas zu viel Platz zu Hause und müsste mal wieder ausmisten.

Ackerschnacker / Sabbelknoken – Moderne Technik norddeutsch verpackt!

Ackerschnacker / SabbelknokenDieses Wort klingt lustig, hat aber eine recht einfache Bedeutung: Es handelt sich um das in Deutschland landläufig bekannte Handy! Ursprünglich, bevor die Handys populär waren, wurde der Begriff im bundeswehr-Jargon für ein kabelgebundenes Feldtelefon verwendet und kann auch oft im Internet als solches noch gefunden. Der Begriff kam ursprünglich aus der Winsener Elbmarsch und wurde 2008 zum niederdeutschen Wort des Jahres gewählt. Der Begriff ist ein eher gesamter Plattdeutsch-Ausdruck in ganz Norddeutschland als nur in Hamburg, wird dort aber auch benutzt. Der Sabbelknoken hängt mit dem Verb „sabbeln“ zusammen. In Mecklenburg-Vorpommern benutzen auch noch viele den „Ackerschnaker“.Wenn Sie weitere Plattdeutsche Wörter nicht verstehen oder neue dazu lernen wollen, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf das plattdeutsche Wörterbuch zuwerfen.

 

Scharnigeln – Interessantes Wort, einfache Bedeutung!

Aus der Münsteraner Gegend kommt dieses lustige norddeutsche Wort. An sich heißt es nichts anderes als arbeiten oder arbeiten gehen. Bitte nicht verwechseln mit der Pflanze „Scharnigel“! Heutzutage benutzen dieses Wort nicht mehr viele Menschen, aber es ist den meisten Norddeutschen und auch älteren Hamburgern immer noch ein Begriff. Auch das norddeutsche Plattdeutsch-Wörterbuch des NDR führt scharnigeln offiziell noch als Wort für Arbeit als solches.

Gattenpietscher – Wer das errät, der kennt sich in den Hamburger Schulen gut aus!

Dieses Wort klingt irgendwie komisch, dahinter verbirgt sich aber nur etwas ganz Banales: Gemeint sind einfach Lehrer! Und da es ohne Lehrer keine Schule geben kann, gehört dieser Ausdruck natürlich auch in unser Hamburger Deutsch-Repertoire! Der Ausdruck dürfte aus der niedersächsischen Region um Braunschweig oder Hannover stammen, ist aber auch nicht 100% bestätigt. Das schöne daran ist, dass sich der Begriff mit dem englischen Wort „teacher“ reimt und so kann man sich leicht merken, dass damit nur der Lehrer gemeint ist.

Wollen Sie Plattdeutsch lernen? Dann besuchen Sie die Seite der Hamburger Volkshochschule, hier haben Sie die möglichkeit einen Plattdeutsch Kurs zu besuchen.

Sabbel nich‘, dat geit! – Weniger reden, mehr machen (und vertrauen)!

Dieser ostfriesische Ausdruck ist in ganz Norddeutschland so beliebt, dass er sogar in die moderne Popkultur eingezogen ist. Man kann ihn fast überall auf T-Shirts oder Pullovern gedruckt bekommen (und sehen) und er ist auch ein Teil des berühmten Norddeutschland-Kultcomics und Films „Werner“ in die deutsche Sprachenwelt verbaut worden. Unverbrämt brüllt diesen Spruch Meister Röhrich in dem Film kurz bevor es zu einem richtigen Supergau kommt!

Dor nich för – Danke! Dor nich för! – Gern Geschehen auf Hamburgisch!

In Hamburg wird man diesen Satz öfters hören. “Dor nich för“ ist nichts anderes als ein anderes Wort für „Gern Geschehen“. Die Vorrausetzung ist dabei eine Äußerung wie z.B. “Dank ok för dien Hölp“, dann kann man mit: “Dor nich för“ antworten. Wenn man diesen einfachen Satz verwendet, sammelt man sicherlich Pluspunkte bei den Einheimischen und wird gleichzeitig sehr schnell willkommen geheißen.

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